Werden auf demselben Pulvermischer im Laufe eines Tages verschiedene Produkte hergestellt, bedeutet jeder Rezepturwechsel einen Reinigungsschritt. Gelangen Reste der vorherigen Charge in die nächste, können sich Farbe, Geschmack oder Zusammensetzung verändern. In der Lebensmittelproduktion sind Rückstände eines allergenhaltigen Produkts zudem ein ernstes Sicherheitsproblem. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Sie die Reinigung von Pulvermischern planen und beschleunigen können.
Die Reinigung beginnt mit der vollständigen Entleerung
Je weniger Produkt im Behälter zurückbleibt, desto kürzer dauert die Reinigung. Die Art der Entleerung ist deshalb das erste Konstruktionsmerkmal, das die Reinigung direkt beeinflusst:
- Bei Konusmischern sorgt der konische Auslauf dafür, dass das Produkt mit geringen Rückständen entleert wird.
- Bei Würfelmischern ermöglicht der kippbare Behälter eine schnelle und vollständige Entleerung.
- Bei V-Mischern wird der Behälter zum Entleeren in eine senkrechte Position gebracht.
- Bei horizontalen Bandmischern entleert die große Auslassklappe unter dem Trog das Produkt schnell, und Reinigungsklappen erleichtern den Zugang zum Behälter.
Trockenreinigung oder Nassreinigung?
In der Produktion trockener Pulver wird meist trocken gereinigt: Restprodukt wird mit Bürste, Schaber oder Industriesauger entfernt. Die Trockenreinigung geht schnell und hinterlässt keine Feuchtigkeit im Behälter.
Eine Nassreinigung ist dagegen dort erforderlich, wo die Trockenreinigung nicht ausreicht, etwa bei Allergenwechseln, bei klebrigen oder ölhaltigen Produkten und bei farbigen Pigmenten. Nach der Nassreinigung müssen die Oberflächen vollständig getrocknet werden. Restfeuchte im Behälter führt bei der nächsten Charge zu Verklumpungen. In Verbindung mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln erhöht sie außerdem das Korrosionsrisiko bei Edelstahl.
Wo sich Rückstände verbergen
Bei der Reinigung werden am häufigsten die Stellen übersehen, an denen das Produkt nicht direkt sichtbar ist:
- Deckeldichtungen und Ränder der Beschickungsöffnung
- Innenseite des Auslassventils bzw. der Auslassklappe
- Bei horizontalen Bandmischern die Verbindungsstellen der Mischbänder mit der Welle sowie der Bereich der Wellendichtung
- Schweißnähte und Innenecken
Ein Behälter mit polierten, glatten Innenflächen und sauber bearbeiteten Schweißnähten hält an diesen Stellen kein Produkt zurück und verkürzt die Reinigung deutlich.
Produktionsreihenfolge auf die Reinigung abstimmen
Einer der wirksamsten Wege, die Reinigungszeit zu verkürzen, ist die richtige Reihenfolge der Rezepturen. In der Branche sind folgende Vorgehensweisen üblich:
- Von hellen zu dunklen Produkten wechseln
- Von mild aromatisierten zu intensiv aromatisierten Produkten wechseln
- Allergenfreie Produkte vor allergenhaltigen produzieren
So kann bei Wechseln innerhalb derselben Produktfamilie eine Trockenreinigung ausreichen. Eine vollständige Nassreinigung lässt sich auf das Tages- oder Schichtende verlegen.
Sicherheit
Vor Beginn der Reinigung muss die Maschine angehalten und von der Energieversorgung getrennt werden. Bei Mischern mit rotierendem Behälter ist der Behälter so zu sichern, dass er sich während der Reinigung nicht bewegen kann. Die Sicherheitssensoren und Schutzabsperrungen an unseren Mischern verhindern während des Betriebs den Zugang zu beweglichen Teilen. Bei Wartung und Reinigung ersetzen sie diese Maßnahmen jedoch nicht.
Die Reinigungshäufigkeit beeinflusst die Maschinenauswahl
Wenn Sie häufig die Rezeptur wechseln, ist die Reinigungszeit bei der Maschinenauswahl ein ebenso wichtiges Kriterium wie die Mischzeit. Ein Mischer, der sich mit geringen Rückständen entleeren lässt und einen einfachen Zugang zum Behälter bietet, verringert die Stillstandszeiten im Tagesverlauf. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zur Auswahl des richtigen Pulvermischers, in dem wir die Bauarten vergleichen, und sehen Sie sich unsere Pulvermischer-Modelle an.